Salamanca – die Wiege der spanischen
Sprache
In Salamanca wurde in 1492 die erste Grammatik einer modernen europäischen
Sprache veröffentlicht. Antonio de Nebrija, der Dozent an der
Universität von Salamanca war, legte in seiner Grammatik der
kastilischen Sprache die ersten Regeln für den Gebrauch des
Castellano fest. Mit diesem Werk wurde das Castellano mit den klassischen
Sprachen gleichgesetzt, da diese bis dahin als einzigste über
Lehrbücher mit grammatikalischen Regeln verfügten. Die
Grammatik von Nebrija wandelte sich in das grundlegendes Instrument
für die folgende Ausbreitung des Castellano in der neuen Welt.
Die Reifung und Ausbreitung des Castellano schritt im 14. und 15.
Jahrhundert unaufhaltsam voran, bis es sich zu einer wichtige Sprache
mit linguistischer Stärke und reichhaltigen literarischen Werken
entwickelte. Dazu trug die Arbeit der Universität von Salamanca
bei, in der Autoren in Castellano studierten und schrieben, die
als die größten Schriftsteller der spanischen Literatur
gelten. Von Fray Luis de León bis San Juan de la Cruz, von
Luis de Góngora bis Miguel de Unamuno.
In Spanien spricht man folgende vier Sprachen, die
alle verfassungsmäßig verankert sind.
Die kastilische Sprache (Castellano) gilt im allgemeinen,
als die „spanische“ Sprache, sie wird auch als „hochspanisch“
bezeichnet. Die kastilische Sprache ist die am weitesten verbreitete
der spanischen Sprachen. Ihr Ursprung liegt in der Region Castilla,
welche im zentralen Norden von Spanien liegt und in der Geschichte
die neuralgische Mitte des spanischen Reiches war. Von dort aus
erfolgte die Verbreitung der Sprache in nahezu zwanzig andere Länder.
So spricht man heute in ganz Lateinamerika außer Brasilien
Kastilisch oder einen Dialekt davon. Die Abgeordneten beschlossen
1978, dass Kastilisch die offizielle spanische Sprache des Staates
sei. Man ließ somit noch Raum für andere spanische Sprachen,
aber dem Kastilischen wird das Primat eingeräumt. Wichtig zu
wissen ist, dass das gesprochene Castellano in den verschiedenen
Landesteilen Spaniens nicht identisch ist; es existieren folgende
Dialekte: Andaluz, Murciano, Aragonés, Navarrés, Leonés,
Español Canario.
Im Baskenland wird man mit einer Sprache (Euskara)
konfrontiert, in der auffallend viele t, x, k und z enthalten sind.
Die Sprache ist auch für den Großteil der Spanier schwer
zu verstehen. Seit 2000 Jahren hat sich die baskische Sprache behaupten
können. Das Baskenland lag wohl schon immer etwas abseits der
großen Politik; die Römer beschäftigten sich nicht
sehr intensiv mit diesem Randgebiet und auch das Christentum fasste
nur langsam Fuß. Im Baskenland verbreitete sich die Identifikation
mit einer spanischen Nationalität ohnehin nur zögernd.
So konnte Euskara bestehen. Es gibt keine Sprachverwandtschaften.
Man kann keine Brücke zu anderen europäischen Sprachen
konstruieren. Wo die Wurzeln der baskischen Sprache eigentlich liegen
ist bislang unklar.
Die Galizier sprechen einen keltischen Dialekt,
jedoch bei weitem nicht so bewusst und offensiv wie die Basken.
Das Galizische ähnelt aufgrund der gleichen Sprachwurzeln dem
Portugiesischen. Im Alltag besitzt das Galizische heute keine große
Bedeutung mehr.
Die katalanische Sprache (Catalán) wird in
Katalonien, in einem östlichen Randstreifen von Aragonien,
in großen Teilen Valencias, auf den Balearen und in Andorra
gesprochen. Katalanisch ist heute neben Spanisch Amtssprache in
Katalonien, Valencia und auf den Balearen. Es ist eine genormte
Kultursprache (Institut d’Estudis Catalans), die in enger
historischer Beziehung zum Okzitanischen Südfrankreichs steht,
aber auch viele iberoromanische Züge aufweist, die sich im
Laufe der Jahrhunderte verstärkt haben.
Castilla entstand im Süden von Kantabrien,
nördlich von Burgos und westlich von La Rioja. Sein Ursprung
ist eine Reihe von dem Königreich von León abhängigen
Grafschaften, die ihre Unabhängigkeit mit Fernán González
im 10. Jahrhundert. Im 11. Jahrhundert entwickelte sich Castilla
in ein unabhängiges Königreich mit Fernando I., Sohn von
Sancho „el Mayor de Navarra“. Von diesem Moment an wuchs
Castilla bis es zum wichtigsten Königreich der Halbinsel wurde.
Die ersten Texte die in „Castellano“ aufbewahrt wurden,
sind aus dem 10. Jahrhundert, sind die Glossen „Silenses“
und „Emilianenses“. Die kulturelle und literarische
Entwicklung dieser Sprache begann im 12. Jahrhundert mit der Erscheinung
der Heldenlieder. Im 13. Jahrhundert und dank der Arbeit von Alfonso
X. „el Sabio“ wurde versucht die Sprache zu normieren,
sie aufzufrischen und sie zu bereichern, was ortographische, grammatische
und linguistische Aspekte anging. Sowohl im 13. Jahrhundert als
auch im 14. Jahrhundert entstanden die ersten literarischen Schulen
kultivierter Art. Im 14. Jahrhundert erweiterte sich der Wortschatz,
gehobene Ausdrücke wurde eingeführt, neue Worte kreiert,
indem die eigenen Mittel der Sprache genutzt wurden (Zusammensetzung,
Ableitung und Parasynthese). Im 15. Jahrhundert vermehrten sich
die literarischen Tendenzen, es wurde die erste spanische Grammatik
veröffentlicht, die Grammatik von Nebrija und das Jahrhundert
gipfelte mit der Veröffentlichung von „La Celestina“,
ein Werk das die Rennaisance einläutete.
Ab dem 16. Jahrhundert dominierte das Castellano über den anderen
Sprachen, es breitete sich über die ganze Habinsel aus und
damit wandelte es sich in die Spanische Sprache. Es verbreitete
sich auch in den erst entdeckten amerikanischen Gebieten. Während
dem 16./17. Jahrhundert wurde die Sprache umgeworfen bis es zur
definitiven Festlegung des modernen Spanischs im 18. Jahrhundert
kam. Das Jahrhundert in dem man die fonetische und ortographische
Entwicklung als beendet betrachtete. Diese Arbeit wurde von der
Real Academia de la Lengua Española entwicklet.
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